Voraussetzungen für Kameradenhilfe

In Anbetracht der Tatsache, dass in einer Höhle je nach Weite und Tiefe der Befahrung eine Rettung von aussen unter Umständen erst nach Stunden möglich ist, umfasst die Kameradenhilfe weit mehr, als nur einfache Erste-Hilfe-Maßnahmen:

 

Sie ist der entscheidende Part in der gesammten Rettungskette!

 

Und: Es reicht nicht, wenn nur einer in der Gruppe Kameradenhilfe kann - genau ihn kann es schließlich treffen!

 

So darf eine Höhle nie allein befahren werden! Die Gruppe sollte mindestens drei Teilnehmer haben, dann kann einer notfalls beim Verletzten bleiben und einer Hilfe holen.

 

Jeder Befahrungsteilnehmer muss daher 

  • über Erste-Hilfe-Kenntnisse verfügen,
  • einen Kameraden aus einer Gefahrenzone retten können,
  • einen Kameraden "aus dem Seil" retten können,
  • einen Kameraden über einen längeren Zeitraum (Stunden!) versorgen und betreuen können,
  • selbstständig die Höhle verlassen können, um Hilfe zu holen!

 

Jeder Befahrungsteilnehmer sollte also mindestens alle drei Jahre einen Erste-Hilfe-Kurs oder eine gleich-/höherwertige Ausbildung innerhalb dieses Zeitraums besuchen.

 

Außerdem ist es notwendig, das jeder Befahrungsteilnehmer ein für die Verhältnisse in einer Höhle angepasstes Erste-Hilfe-Set, idealerweise die empfohlene Notfalltonne, mitzuführt.

 

Im Landesverband für Höhlen- und Karstforschung Hessen e.V. werden zum Beispiel regelmäßig kostenlose Schulungen in den Befahrungstechniken und in der Kameradenhilfe angeboten. Es ist für alle aktiven Höhlenforscher dringend empfehlenswert, diese Schulungen für das eigene Training zu nutzen